Wurzelheim

Das Wurzelheim ist ein Lerngarten für Leute, die permakulturelle Experimente machen wollen und froh sind, nicht alleine einen Garten bewirtschaften zu müssen, sondern die Aufgaben auf mehrere Leute aufzuteilen.

 

Es wachsen bereits die ersten Obstbäume und ein Weidenhaus und natürlich Gemüse jedes Jahr neu. Alles zehrt Kraft aus einer Wurzel, die Ihre Ranken zum Himmel streckt und so einen Tisch bildet. Die Fläche umfasst 250m2 und wir sind im Moment zu zweit bei der Pflege. Obwohl in jedem Beet Gemüse wächst, ist im Detail noch viel Spielraum.

Ein Ziel des Gartens ist, eine möglichst permanente Bedeckung und Durchwurzelung des Bodens, aus Pflanzen die sich gegenseitig unterstützen. In Form von Stoffwechsel, Aufbau der Bodenstruktur, Beschattung und Windschutz.

So gesundet der Boden und bleibt lebendig: Er gibt Nahrung für Menschen, Vögel, Insekten und Bodenlebewesen.

 

Gebaut wird, wenn möglich mit (nach)wachsenden Rohstoffen und Muldengut.

 

Dies ist ein hohes Ziel und wir sind noch weit davon entfernt, aber dieses Jahr sieht er schon besser aus, als im letzten Jahr und nächstes Jahr wird bestimmt noch besser. Im Garten gibt es immer etwas zu tun und der ökologische und ökonomische Ertrag pro Fläche, lässt sich noch weit steigern. Und gibt es Dank vieler Helfer einmal nichts mehr zu tun,  gibt es spätestens etwas feines zu Essen!

Dies ist unser Garten im Oktober 2018. Wir sind gerade dabei, den Weg quer durch den Garten zu legen.

 

 

So hat alles angefangen, Im Frühsommer 2017 pachten Dani und Yannik 250m2 Schrebergarten.

 

Das Kraut spriesst, als erstes wird Gründüngung eingesät, denn in diesem Jahr wird hier nichts mehr angebaut.

 

Die Gründüngungsmischung besteht aus Senf, Ölrettich, Phazelia, Hanf, Borretsch,... Sie soll den Boden strukturieren durch ihr Wurzelwachstum und düngen wenn die Pflanzen gemäht werden.

Und nicht zuletzt soll sie das Beikraut in Schach halten.

 

Herbst 2017: Die Gründüngung hat sich nicht richtig etabliert. Da wir den Boden nicht gänzlich umgegraben haben vor der Einsaat ist jetzt noch Massenweise Hanenfuss und Girsch auf dem Feld.

 

Die müssen unserem Gemüse weichen! Also machen wir den Boden Urbar mit der Schichtmulchbeetmethode:

 

Wir bedecken die Fläche mit unbedrucktem Karton und beschweren diesen mit Laub und Mist. Normalerweise kommt bei einem Schichtmulchbeet noch eine Schicht Erde oder Kompost auf den Karton. Das wäre für 250 Quadratmeter jedoch unrealistisch viel Erde gewesen, also mussten Mist und Laub alleine genügen.

Der Karton ist lichtundurchlässig und hindert so das Unkraut beim wachsen, gemeinsam mit Mist und Laub, soll es zu Erde werden.

 

 

Um den Garten begehbar zu machen, haben wir Steinplatten im Schrittabstand verlegt.

 

Es ist nun Ende Februar 2018 und die Abdeckung sieht noch fast gleich aus wie im Herbst 2017.

Grün ist, zumindest auf unserer Parzelle, nicht in Sicht.

Ende April 2018 ist der Karton grösstenteils verrottet einzelne Fetzen werden zum Leid der Nachbarn vom Winde verweht.

Aber der Erfolg ist deutlich, links eine Fläche, die gut mit Karton bedeckt war und rechts ein Platz der nicht gut bedeckt war.

Umgraben müssen wir immer noch, aber wir haben uns die Arbeit sehr erleichtert!

 

 

 

Dani ist in voller Setzlingsproduktion. 200 Setzlinge warten darauf ausgepflanzt zu werden.

 

Hier pflanzen wir gerade Kohlrabi.

 

Im Mai 2018 kommt der grosse Moment:

 

Der Wurzeltisch wird eingepflanzt!

Die Tomaten brauchen noch ein Dach über dem Kopf bevor sie eingepflanzt werden können. Für dieses Tomatenhaus werden nur Totholzstämme verwendet. Sie wurden im Wald oberhalb des Gartens abgesägt und mit dem Velo heruntergebracht.

Wie lange die wohl halten werden?

Die Stämme werden angeschwärzt, um sie länger haltbar zu machen. Der entstehende Teer schützt das Holz vor dem Zerfall.

Die Pfähle werden abgelängt und 40 cm tief im Boden versenkt.

Die Querverbinder werden mit Hanfschnur an die Pfähle gebunden. Auch die Plexiglasscheiben werden mit Hanfschnur auf das Gerüst gebunden.

 

Das Dach ist dicht! Jetzt wird ein Kohlestreifen eingestampft, der als Weg dient. Die Kohle bildet einen Teppich auf dem es sich angenehm läuft und gleichzeitig dient sie als Nährstoffspeicher. Die Kohle wurde in einem Erdkontiki hergestellt und in Brennesseljauche eingelegt.

 

Schliesslich ist alles bereit und die jungen Tomaten dürfen ihr Heim beziehen.

Und sie wachsen... und wachsen... und wachsen...

 Auch Kartoffeln wachsen hier.

 

Man sieht deutlich wie die hintere Hälfte des Beets besser anwächst. Auf der vorderen Hälfte wurden nur Triebe eingepflanzt.

 

Hinten konnte ich doppelt soviel ernten.

 

 

Für die Peperoni und Chilli haben wir ein paar Steinplatten aufgestellt um die Sonnenwärme zu speichern.

Wir hätten sie wohl besser als Windschutz gegen Westen ausgerichtet. Vom erhofften Wärmespeicher-Effekt war nichts bemerkbar...