Wurzelausgrabung

 

Diesbach – 1.4.17 - die Sonne scheint. Um 10 Uhr Morgens nähert sich ein Transporter beladen mit Spitzhacke, Axt und Schaufeln. Der Fahrer steigt aus, lädt seine Werkzeuge ab und bereitet sich sein Frühstück: Brot, Käse und Apfelmost. Nach einiger Zeit, trifft der Besitzer des Platzes, in Begleitung eines jungen Mannes ein. Die Stimmung radikalisiert sich zunehmend. Nach kurzer Besprechung verschwindet der Bauer und die Mannen beginnen auf den Boden einzuhacken. Ziel der Attacke scheint ein Eschenstumpf zu sein, der bald deutlich von einem Graben umkreist ist. Vier Leute formieren sich abwechselnd um die Wurzel – gerade genug um sich nicht die Köpfe einzuschlagen. Oben haben die Frauen bereits ein Feuer entfacht. Wer keinen Arbeitsplatz findet, vertieft sich in interessante Gespräche.

 

Der Bauer von nebenan stösst dazu, als der Graben etwa 50cm Tiefe erreicht hat. Sichtlich belustigt über den kleinen „Aebi“ mit dem die Wurzel ausgerissen werden soll, macht er ein Angebot das man nicht ablehnen kann: „Ich hole meinen grossen Traktor und der Stumpf ist bald draussen!“ Die Gräber zerteilen noch die letzten Wurzeln bis der eiserne Riese erscheint. Dieser stemmt sich von allen Seiten gegen den Baumstumpf zieht und stösst mit aller Kraft. Der Stumpf ächzt, sichtlich geschwächt, doch gibt er noch nicht auf. Die Arbeiter erkennen klar seinen unterirdischen Arm mit dem er sich an die Erde klammert und zerschlagen ihn endlich. Erneut wird der Traktor angebunden, die mannshohen Reifen graben sich in die Erde und schliesslich ergibt sich der Baumstumpf mit einem gewaltigen knacken. Der Erde zum Dank wird ein wenig Tabak, Feuerwasser und ein Kristall vergraben, an die Stelle wo einst die Esche stand. Eines Tages soll sie kopfüber in die Erde eingelassen, an Vereinsversammlungen als Tisch dienen.