Teich vs. Hügelbeet

Bei der Gartenplanung habe ich mir vorgestellt ,wie ich eines Tages auf meiner Duftsitzbank sitze und von Libellen umschwirrt Fischen und Fröschen beim baden zusehe. Der junge Löwenzahn mit der hippen Frisur ist ein Zeuge dieses kläglich gescheiterten Teichexperiments, denn er steht 20 cm unter der gewünschten Wasseroberfläche. Über eine Tonne Lehm wurde damals abgebaut und eingestampft, aber das reichte höchstens um die Füsse zu baden.

 

 

Nun, was bleibt ist ein Loch im Garten, auch das Hügelbeet am hinteren Teichrand ist ziemlich mikrig herausgekommen,was immer ich darauf gepflanzt habe ist mir weggestorben.

 

Peperoni, Chilli, Gurken, Kürbis, Kohl,... vertrocknet oder gefressen.

 

Im Nachhinein erscheint es klar, bei so wenig Humus ist es schwer wurzeln zu schlagen.

 

Lange hab ich gebrütet über diesem elenden Schandfleck in meinem Garten.

 

Der Winter hat die 5cm dünne Lehmschicht – und damit meine Träume, den Teich noch zu vollenden – in kleinste Krümel aufgebröselt.

 

Nun also muss das Loch aufgefüllt, aber mit was?

 

Die Teichform bildet mit dem Hügelbeet eine schöne Sonnenfalle und eignet sich so Prima um eine eine Art Amphitheater aus Hügelbeeten zu bilden – eine Sonnenfalle in drei Stufen.

 

Im Laufe des Frühlings werden die Reste der Kartonabdeckung von Wurzelheim entfernt und der Platz für den Wurzeltisch vorbereitet.

 

Das Material für die Hügelbeete häuft sich, Grasschnitt bekommen wir von den Gärtnern der Gemeinde.

 

Nachdem wir im Wald Holz gesammelt haben können wir mit dem Bau der Hügelbeete beginnen.

 

So Formen wir mit den Stecken das Hügelbeet, nach demVorbild seines grossen Bruders im Hintergrund.

 

 

 

 

 

Darüber schichten wir den Karton mit der lehmigeren Erde.

Eine Schicht Rasenschnitt zur Abwechslung...
Und der restliche Humus wird auf den Beeten verteilt.
Und so sieht es nun bepflanzt aus.

Inkagurken!

 

wachsen prächtig an, von diesen Pflanzen habe ich zwei Stück, eine hier auf dem Hügelbeet und die andere im Gemüsebeet.

 

Zwischen diesen Pflanzen waren keine Unterschiede zu bemerken, beide bilden zuerst sehr viel Blattmasse. Sobald man die ersten Früchte entdeckt kommt man bald mit der Ernte kaum nach.

 

Die jungen noch zarten Inkagurken kann man roh im Salat beimischen und die älteren eigenen gut für Gemüsegerichte. - mild und knackig.

Ähnlich ist es bei den Bergauberginen/Tomatillos. Sie wachsen problemlos auf Hügel und Flachbeet, werden schön buschig und tragen reichlich Früchte.
Hier hatte ich von der Pflanze auf dem Hügelbeet bisher am meisten und am frühesten Ertrag. Aber auch die zwei anderen Pflanzen haben reichlich getragen und tragen immer noch.
Tomatillos haben einen sehr starken Eigengeschmack und sind ein wenig sauer. Mit der Reife färben sie sich violett und werden milder im Geschmack, so dass man sie auch roh Essen kann, zu Tomatensalat passen sie sehr gut. Traditionell chilenisch verarbeitet man sie mit Chilli zu einer pikanten Sauce.
Ich hab dazu noch Milltomaten reingemischt, das sind kleine schwarze Beeren mit einem starken Eigengeschmack, der mich sonst davon abhält sie zu verwerten. Aber hier passen sie perfekt.
Markstammkohl wächst mir unter den Kohlen am besten an, auch wenn nur die Hälfte durchgekommen ist, wenn sie einmal eine gewisse Grösse erreicht haben sind sie schön selbständig. Auf dem Hügelbeet haben sie allerdings nicht so guten halt wie auf dem Flachbeet.
Die dicken Stängel verbergen unter der zähen Schale ein Fleisch, dass sich wie Kohlrabi verwenden lässt und auch ähnlich schmeckt.
Die Blätter kann man zu Sauerkraut verarbeiten, oder auch mal in einen Eintopf mischen.
Unter dem Kohl erkennt man eine Chillipflanze. Diese sind auf dem Hügelbeet nicht ganz so gut angewachsen, wohl weil es am Anfang noch recht trocken war.
Nun hat sich im Hügelbeet ein Pilzgeflecht entwickelt und so kann es das Wasser gut speichern. Ein wenig später als die anderen kann ich jetzt auch hier Chillis ernten.
Auf dem mittleren Hügelbeet haben wir Okras versucht, die mir aber weder auf dem Hügel noch auf dem Flachbeet angewachsen sind. Auch Baumspinat, Sonnenblumen, Muskatkraut und Engelwurz wollten auf dem hintersten Hügelbeet nicht wachsen. Naja Neues Jahr neues Glück!