Fest verwurzelt in luftiger Höhe

Als die Tage noch kälter waren, erfuhren hier die mächtigen Holzriesen eine bittere Niederlage. Das einst so stolze Volk liegt nun gespalten am Boden.
Ein letztes mal sollen sie in Ketten gelegt werden bevor ihnen die letzte Ehre erwiesen wird. Kalter Stahl drückt sich in die Rinde und der der Traktor rückt sie mit einem dumpfen Ächzen über die Wiese.
Der Pfad ist schmal, doch wird er ohne grosse Verluste durchquert.
Wagemutig, doch sicheren Rades lenkt der Holzrücker Köbi sein Gefährt an den vergleichsweise zierlichen Gartenhäuschen vorbei.
Der Pfad ist schmal, doch wird er ohne grosse Verluste durchquert.
Nun der Sturm ist vorbei, jetzt kann aufgeräumt werden.
Ein halbes Dutzend fleissiger Arbeiter Opfern einen Samstag für dieses unterfangen.
Ein Kiesplatz wird gestampft – Die letzte Ruhestätte der Holzriesen.
Der Schutt in der Duftsitzbank hat sich um eine Handbreit gesetzt und wird um eine Mauer am hinteren Rand erweitert und nochmals aufgefüllt mit Humus, der für den Kiesplatz ausgehoben wurde.
Auch die Flusssteine waren dazu gedacht den Wurzeltisch zu stabilisieren. Was davon übrig blieb gehört jetzt zur Duftsitzbank.
Aussicht aus dem Loch - Für manche Menschen stellt dieser riesige Scheiterhaufen im Schrebergarten eine bodenlose Frechheit dar.
Aus dieser Perspektive wird mir das verständlicher...
- Flohmarktsamstag 5. Mai -Heute soll der Wurzeltisch gesetzt werden!
Nun kommt der grosse Moment, der wider erwarten nur einen kleinen Augenblick dauert:
Die Wurzel fällt ohne Mühe direkt ins Loch und kann ausgerichtet und mit Steinen fixiert werden.
So ist es schon Zeit das Teewasser aufzukochen!
Wie man derartige Geschöpfe bestattet soll wohl überlegt sein, jeder Schritt des Portalkrans wird genau geplant.
Die Bremsleine flattert im Wind und erinnert stehts daran, auch an die Sicherheit zu denken.
Wem es zu schnell geht, der zieht die rote Leine!
Welch Anmut und Schönheit, wie dieser Fagus sylvatica hier durch die Lüfte segelt!
So werden 4 Bänke rund um den Tisch gestelllt. Ein Abschnitt wird in 8 Stücke gespalten, so dass diese Riesenscheite als Rückenlehne dienen können.
Dazu haben wir mit der Axt ein Bett zurechtgehackt wo wir den Scheit gut hineinpasst und sich wohl fühlt.
In der Mitte unter der Lehne mussten wir noch ein Loch bohren, damit das Wasser ablaufen kann.
Nun steht alles an seinem Platz und die Bänke werden noch fertig gehobelt, so dass man sich keine Spiessen einfängt.
Wie die Zukunft diesen Tisch noch formen wird ist noch unklar. Vielleicht ein Kerzenständer aus einer Wurzel schnitzen?
Tischflächen hineinzimmern?
Abstellmöglichkeiten für Flaschen und Gläser bietet der Tisch schon mal, auch zwei schöne Aschenbecher entdeckt man wenn man genauer hinschaut.
Unter dem Tisch wachsen bereits Rosmarin und Lavendelstecklinge an.
Jetzt fehlt vor allem noch eins: Schatten!
Dafür ist eine Weidenlaube in Planung.